„Forschungsdokument über die Liebe“ – Japanische Regierung befürwortet kontroverse Anime-Praktiken

Japan

Die Pandemie hat im Jahr 2020 das Liebesleben auf der ganzen Welt zum Erliegen gebracht, doch langsam aber sicher scheint sich das wieder zu ändern. Das gilt vor allem für Japan, da das Land die Reisebeschränkungen aufhebt und die Behörden die sinkende Heiratsrate des Landes bekämpfen wollen. Die Regierung hat sogar Ratschläge für Singles, die heutzutage auf der Suche nach Liebe sind, und einer dieser Ratschläge bezieht sich auf eine ziemlich kontroverse Anime-Praktik.

Die ganze Sache kam ans Licht, als die japanische Website grapee auf die Tatsache hinwies, dass kabedon im Forschungsdokument über die Liebe aufgeführt ist. kabedon beschreibt die Handlung, bei der eine Person eine andere gegen eine Wand drückt und sich mit einem Arm an der Wand abstützt. In den meisten Fällen wird kabedon von einem männlichen Charakter ausgeführt, der sich gegen eine Frau lehnt. Die dominante Haltung dabei hat es in den letzten Jahren zu einer kontroversen Angelegenheit gemacht.

Japan

Schließlich ist der für Kabedon erforderliche Kräfteunterschied problematisch und die Netzgemeinde kritisiert die Praktik weiterhin als besitzergreifend. Nachdem Kabedon im „Forschungsdokument über die Liebe“ erschien, meldeten sich Fans in den sozialen Medien zu Wort und meinten, dass das wahrscheinlich nur ein Scherz sei. Doch wie sich herausstellte, enthält der Forschungsleitfaden tatsächlich eine Aufschlüsselung der Regeln für Kabedon und wie es zu verwenden ist.

Fans haben diese Praktik in vielen Shoujo-Animes und sogar in der einen oder anderen Shonen-Serie gesehen. Nachdem Kabedon Anfang 2010 populär wurde, tauchte die Praktik auch in anderen Medien wie K-Dramen und Webtoons auf. Jetzt taucht es sogar in offiziellen Regierungsdokumenten auf, aber die Fans sind sich nicht sicher, ob der ganze Kabedon-Hype auch im echten Leben ein Trend werden muss.

So bemerkte die TV-Persönlichkeit, Schauspielerin und Model Suzu Yamanouchi im Fernsehen die Problematik von Kabedon und betonte darin die Unterschiede zwischen Fiktion und Realität: „Dinge wie Kabedon kommen nur in Shoujo-Mangas vor, und die Tatsache, dass gut aussehende Schauspieler es in Filmen tun, lässt die Herzen der Zuschauer höher schlagen. Wenn jemand, den du nicht einmal magst, im wirklichen Leben versucht, dir ein Kabedon zu machen, wirst du dich nur erschrecken! . . .

Immer mehr Menschen machen den Fehler zu denken, dass es ihnen Spaß macht, Opfer eines Kabedon zu sein. Wenn es einen Machtunterschied zwischen zwei Menschen gibt, selbst wenn es jemand ist, den man mag, kann Kabedon leicht zu einer beängstigenden Situation werden.“

Hier seht ihr die Meldung der japanischen Nachrichtenseite grapee:

Via Grapee
Via Grapee