Wegen LGBTQ – Ex-Ufotable Mitarbeiter kritisiert Anime und Manga-Industrie

Japan

In den vergangenen Jahren haben sich Menschen der LGBTQ-Community etliche Rechte erkämpft, die sie zuvor nicht hatten. Egal ob es sich hierbei um die gleichgeschlechtliche Ehe oder die „Gay liberation“ handelt – es wird laufend versucht, auf der ganzen Welt diese Probleme aus dem Weg zu räumen.

In Japan herrschen wohl, obwohl ein Großteil der Gesellschaft dafür sind, Vorurteile gegen Menschen der LGBTQ-Community. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Anime-Studios „Ufotable“ schreibt auf Twitter, dass er sich in der Anime- und Manga-Industrie – als Teil des LGBTQ Movements – wie ein kompletter Außenseiter fühlt.

„Ehrlich gesagt, gibt es in der japanischen Anime-Industrie keinen Platz für LGBTQ-Menschen wie mich. Ich habe immer mit einem Gefühl der Entfremdung gelebt. Komplette Außenseiter.“, schreibt Kojiro Shishido. Anschließend merkt er an, dass die Genres „Yaoi“ und „Boys-Love“ zwar beliebt sind, aber nicht mehr als nur Material für die Befriedigung ihrer Fantasien sind.

Er schreibt: „Yaoi oder Boys-Love? In der Tat sind diese in Japan als „Fantasie“ für Frauen sehr beliebt. Allerdings suchen diese Frauen nach „Fantasie“, und der tatsächliche, realistische Mensch [dieser s*xuellen Orientierung] ist nicht in Sicht.“

Probleme

Außerdem erzählt der Ex-Mitarbeiter von Ufotable über Erfahrungen, die er in diversen Studios gemacht hat: „Vor etwa 10 Jahren war ich an der Produktion einer Anime-Version eines BL-Mangas beteiligt (ein bekannter Titel, der auch in englischer Übersetzung veröffentlicht wurde). Als ich der (weiblichen) Regisseurin erzählte, dass ich schwul bin, hörte sie sofort auf, mit mir zu reden.“

Als Letztes fügt er noch hinzu, dass er sich nicht mehr outen wird und stattdessen wie ein „normaler“ Mensch zur Arbeit gehen wird: „Wie wird es weitergehen? Das Einzige, was ich weiß, ist, dass ich mich an meinem jetzigen Arbeitsplatz nicht outen oder meinen Stolz zeigen werde, sondern lediglich als „normaler“ Mensch arbeiten werde.“

Hier der Tweet vom Ex-Mitarbeiter: