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Brandanschlag beim Kyoto Animation Studio – Täter nennt konkretes Motiv

Brandanschlag

Mittlerweile sind 18 Monate seit dem Brandanschlag auf das Anime Studio in Kyoto vergangen, bei dem insgesamt 36 Menschen tragischerweise gestorben und 33 weitere Menschen verletzt wurden. Unter den Verletzten befand sich der Täter selbst. Der 42-jährige Japaner Shinji Aoba wurde nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus wegen Mordes, versuchten Mordes, Brandstiftung, Einbruchs und Verstoßes gegen das Waffenschutzgesetz angeklagt. Bereits im Mai 2020 wurde Shinji Aoba in Gewahrsam genommen und von medizinischen Experten als geistig zurechnungsfähig eingestuft, weswegen er für den Brandanschlag strafrechtlich verantwortlich gemacht werden kann.

Shinji Aoba

Aoba befindet sich seit Juni zur Begutachtung in Haft. Seine Verhaftung erfolgte, nachdem die Behörden zu dem Urteil gekommen waren, dass er sich von den lebensbedrohlichen Verbrennungen, die er bei dem Vorfall am 18. Juli 2019 erlitten hatte, ausreichend erholt hatte.

Das Anime Studio, das im In- und Ausland oft als KyoAni bezeichnet wird, ist international für die Produktion vieler beliebter Anime Filme wie „K-On!“ und „The Melancholy of Haruhi Suzumiya“ bekannt. Nach seiner Verhaftung gab Aoba zu, das Studio in Brand gesetzt zu haben: „Ich dachte, ich könnte viele Menschen töten, indem ich Benzin benutze“, zitiert ihn die Polizei.

Motiv

Während der Täter unmittelbar nach der Verhaftung am Tatort bereits gestand, den Angriff ausgeführt zu haben, wusste man noch nicht genau, was das exakte Motiv des Täters war. Er nannte einen gestohlenen Roman als Grund für seine grausame Tat.

Kyoto Animation hat öffentliche Wettbewerbe veranstaltet, bei denen es Romanentwürfe annahm und die Gewinnerwerke dann zu Animationen verarbeitete. Daraufhin hat die Polizei herausgefunden, dass Aoba mehrere Romane an das Anime Studio geschickt hat, jedoch bestreitet das Anime Studio, dass irgendein Anime anhand dieser Romane entstanden sei.

Nun, 18 Monate nach dem Brandanschlag, soll Aoba die exakte Szene genannt haben, die von ihm gestohlen worden sein soll. Laut dem japanischen Magazin „Kyoto Shumbun“ soll Aoba verraten haben, dass es sich bei dem „gestohlenen Werk“ um eine Szene aus der fünften Episode vom Anime „Tsurune“ handeln solle. In der Szene kaufen die Charaktere fast abgelaufenes Fleisch, wofür ein Charakter den anderen für seine Sparsamkeit lobt. Diese explizite Szene soll seine Idee gewesen sein, weswegen er 36 Menschen ermordete und 33 weitere verletzte. Dabei handelt es sich bei Tsurune nicht um einen Koch-Anime, sondern um einen Bogenschieß-Sport-Anime.

Hier könnt ihr einen Trailer zu Tsurune sehen: