Anime Produzenten äußern sich zu Netflix‘ Mitmischen in der Anime-Industrie!

Netflix ist in den letzten Wochen sehr present in den Anime-Medien gewesen. Mit ihren Plänen, dass sie 2018 insgesamt 8 Milliarden US-Dollar für Anime-Produktionen ausgeben möchten, ist dies auch nicht verwunderlich.

Doch was heißt das genau für die Anime-Industrie? „The Hollywood Reporter“ sprach vor Kurzem mit den betroffenen Produzenten genau über dieses Thema.

The Hollywood Reporter erklärte, dass die größte Veränderung wäre, dass die Finanzierung direkt an die Produktionsstudios geht und nicht zunächst erstmal durch das Produktions-Komitee vermittelt werden muss.

In so einem Produktions-Komitee sitzen meistens 5 bis 15 Unternehmen, die sich die Kosten und Risiken teilen.  The Hollywood Reporter merkt auch an, dass die Produktionsfirmen zunächst Schulden machen, aufgrund von der Ausstrahlung im japanischen Free-TV. Erst mit späteren Merchandising, DVDs und Blurays oder Soundtracks wird Profit durch einen Anime erwirtschaftet.

A.I.C.O.

Also was sagen die Anime-Produzenten zu Netflix‘ Einmischen in der Anime-Industrie?

Kotaro Yoshikawa, Vertriebsleiter bei TMS Entertainment, hat folgenden Kommentar abgegeben:

„Netflix produziert synchronisierte Versionen in mehreren Sprachen und mit Untertiteln sogar in mehr als 20 verschiedenen Sprachen, mit einem Release in 200 Ländern in einem Rutsch, was wir nicht machen konnten.

Es gibt keinen TV-Sender, der sich einmischt und dir sagt, was man machen muss, damit man es im Fernsehen ausstrahlen kann. Allerdings müssen wir dennoch einige Szenen dann bearbeiten, z.B. das Blut reduzieren, damit es dann im Fernsehen laufen kann.“

Knights of the Zodiac: Saint Seiya

Joseph Chou, ein Produzent für den 12-teiligen Anime „Knights of the Zodiac: Saint Seiya“ von Netflix, sagte zu The Hollywood Reporter:

„In letzter Zeit haben die Medien die Anime-Industrie viel für die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter kritisiert; Die TV-Sender haben darüber berichtet, sind allerdings mit daran schuld… Netflix stellt nun ein vernünftiges Business-Model her. Man sieht eine Marge von 15 Prozent, anstatt einen Verlust von 5 Prozent.

Es gibt Netflix, Amazon, Crunchyroll und Apple Studios, die alle mit den Leuten sprechen. Es gibt sogar Gerüchte, dass ein weiterer großer Konzern sich bald einmischen wird. Alle versuchen sich mit den Leuten(Produktionsfirmen) zu verbinden, aber Netflix ist am aggressivsten. Noch ist es keine Glückssache oder eine Blase, aber fast alle Studios sind bis 2020 ausgebucht.“

Poster zu Miss Hokusai

Keiichi Hara (Miss Hokusai) sieht das etwas kritischer:

„Ich arbeite an kommerziellen Produktionen, also ist es unumgänglich, dass ich Richtungen vorgegeben bekomme von Unternehmen wie TV Shows, in Sachen Story etc. Als ich noch jünger war, hat mich das wirklich aufgeregt. Aber daran zu arbeiten, es diesen Leuten recht zu machen, führte zu wirklich großen Ideen! Und dieser Druck hilft der Kreativität.“

Im Großen und Ganzen sind die Mitwirkenden eher positiv gestimmt darüber, dass Konzerngiganten wie Netflix die Finanzierung von Animes übernehmen. Mit mehr Freiräumen und Möglichkeiten bieten sich so neue Wege für die Anime-Industrie.

Auch dass bis 2020 alle Firmen bereits ausgebucht sind, zeugt von der hohen Nachfrage nach Anime weltweit!

Quelle: crunchyroll

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